So stand es in der Rheinzeitung (3.3.12)


Unkel ist entsetzt: Aus für die Flohmärkte am Rhein

Unkel – In diesem Jahr wird es keinen Flohmarkt auf der Unkeler Rheinpromenade geben. Mit dieser Hiobsbotschaft überraschte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen in der jüngsten Ratssitzung. Die Information, die in einen kurzen Satz verpackt war, hinterließ betroffenes Schweigen bei den Ratsmitgliedern. „Der Marktbeschicker sieht vor dem Hintergrund der neuen Gesetzeslage, die Sonntagsflohmärkte verbietet und nur Antikmärkte erlaubt, keine Möglichkeit, sie wirtschaftlich durchzuführen“, lieferte Hausen auf Nachfrage der RZ die Begründung für die Entscheidung von Salvador Duarte. Diese ist ein harter Schlag für Unkel und alle diejenigen, die sich darum bemühen, die Innenstadt zu beleben und mit Besuchern zu füllen.

 

In den Gassen am Ufer gemütlich stöbern: Diese Attraktion wird es in Unkel 2012 nicht mehr geben. Das Landesgesetz erlaubt an Sonntagen keine reinen Flohmärkte mehr.

SABINE NITSCH

 

„Wir sind sehr betroffen. Wir können aber nur zur Kenntnis nehmen, dass die Regierung hier nicht umdenkt“, sagt Hausen, der darauf hofft, das im Rahmen des neuen Projektes „Kulturstadt am Rhein“ Alternativen für den Publikumsmagnet Flohmarkt gefunden werden können.

Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH, befürchtet, dass es nun noch mehr Kraft kosten wird, Unkel nach vorne zu bringen. „Die hochwertige Tourismusschiene zu fahren, ist vor allem eine Geldfrage. Die nächsten Jahre werden schwierig“, sagt der Tourismusfachmann, der hofft, dass „die Landesregierung sich mit dem Sonntagsflohmarktverbot doch noch schnell in einer andere Richtung bewegt.“ Besonders bitter: Auch der Nachtflohmarkt bei „Rhein in Flammen“ fällt aus.

Ute Bockshecker, die das Unkeler Leitbild mit entwickelte und für ihr Engagement für Unkel gerade erst mit der Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet wurde, reagiert betroffen auf die Nachricht. „Es waren Fixtermine, zu denen viel Laufkundschaft nach Unkel gekommen ist. Das ist äußerst ärgerlich“, sagt sie und wirft die Frage auf, ob man von Seiten der Verwaltung dem Beschicker nicht mehr hätte entgegen kommen können. Aber sie übt sich auch im positiven Denken. „Unkel hat sich ja vorgenommen, gezielt Publikum für Kunst, Kultur und Kunsthandwerk anzusprechen. Hier müssen jetzt weitere Angebote entwickelt werden.“ Wenig begeistert, dass diese zeitweise Belebung der Unkeler Rheinpromenade nun wegfallen soll, ist auch Hans-Joachim Seidel. „Die Flohmärkte waren ein sonntägliches und vor allem preiswertes Ausflugsziel für ganze Familien. Sie waren eine wirkliche Bereicherung, da es sonst ja keine Angebote an der Rheinpromenade gibt“, sagte der Macher der „Kunst in Unkeler Höfen“, jener Kunstreise, die jedes Jahr Anfang September Tausende Besucher aus der ganzen Region nach Unkel lockt.

Für Marktbeschicker Salvador Duarte geht eine Ära zu Ende. 30 Jahre war er mit seinem Flohmarkt auf der Rheinpromenade. „Es ist traurig. Ich war immer gerne hier.“ Hart ins Gericht geht er mit der Unkeler Verwaltung. Dem Ordnungsamt wirft er vor, dass es einen regelrechten Papierkrieg mit ihm geführt habe. „Ich komme mit dem Amt nicht zurecht. Die verlangen mehr Papiere als andere Ordnungsämter. Wozu soll ich mir das ganze Theater hier antun?“

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Nitsch

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Warum nicht mit Mini-Donuts Geld verdienen?


Dieser Blogbeitrag richtet sich in erster Linie an alle, die sich im Ausland niedergelassen haben, hier speziell in Brasilien, und nun däumchendrehend in der Gegend sitzen, den lieben Herrgott einen guten Mann sein lassen, aber sich schon seit langer Zeit überlegen, was man eigentlich so alles machen könnte, um Geld zusätzlich zu verdienen.

Vor einigen Jahren hatte ich mir als „Hobby“ – mehr eigentlich, um vom PC wenigstens ein paar Stunden weg zu kommen – in Deutschland per Internet zwei gebrauchte Mini-Donut-Maschinen (eigentlich eine komplette plus eine, bei der der Teigtrichter fehlte) gekauft und erst mal in D eingelagert.

Vor drei Jahren hatte ich dann die Maschinen (vom Typ „Lil’Orbits SS1200“) hierher schicken lassen und hatte – nach langen und oft nicht gerade für den Verzehr geeigneten Experimenten – eine Mischung zusammengestellt, die leckerste Mini-Donuts ergab. Der Import der eigentlichen Fertigmischung ist wegen lebensmittelrechtlichen Einschränkungen so gut wie unmögllich und einige zig Kilo an Konzentrat, das der Hersteller extra für Länder mit solchen Einschränkungen anbietet, wollte ich mir dann doch nicht auf Halde legen.

Nun ist das inzwischen eine Geschichte geworden, die sich immer weiter entwickelt und neben dem direkten Verkauf (3x in der Woche) wird in erster Linie für den Wiederverkauf produziert. Das bedeutet Isoporschälchen mit 21 der Mini-Donuts, vakuumverpackt, mit Zutatenangabe, Herstellungsdatum etc.

Wer nun so etwas plant und dann meint, er brauche keine so „fetzige“ Maschine (immerhin können die SS1200 je Stunde bis zu 1200 der Mini-Donuts formen und frittieren), sondern könne das mit dem „Donut-Waffeleisen“ auch machen, sollte zwei Punkte beachten:
a) dieses Waffeleisen macht 7 von den Kringeln in 3 Minuten, also ohne die Pausen zum Auswischen und Teig einfüllen gerechnet etwa 140 in der Stunde und
b) geben die innerhalb kurzer Zeit beim Dauerbetrieb den Geist auf.

Bei den Profi-Maschinen ist mir bisher nur ein Potentiometer beim Transport nach Brasilien kaputt gegangen (kostet im hiesigen Elektronikladen 3 Reais), ansonsten haben beide Maschinen zusammen bereits über 300.000 Kringel „gelaufen“ und sind immer noch topp.

Nur der Preis ist halt die Krux:
Eine Lil’Orbits kostet im Einkauf – wahlweise USA oder Deutschland, keine Vertretung in Brasilien – an die USD 5.000 und damit gehen beispielsweise beim Privatimport schon die Probleme los, denn ab einem Warenwert von USD 3.000 an, muss man entweder über eine auf Importe spezialisierte Firma bestellen oder selbst eine Firma anmelden und eine Importgenehmigung beantragen (kann locker an die 2 Jahre dauern).

Auch Maschinen der Firma Belshaw sind im Preissegment jenseits dieser Grenze.

Bleibt also entweder nur die Möglichkeit, sich eine gebrauchte Maschine zu holen oder nach anderen Herstellern zu suchen.

Da mich schon mehrfach Leute wegen dieser Mini-Donut-Geschichte hier in Brasilien angesprochen hatten (schließlich stand ich damit sogar auf der hiesigen Landwirtschaftsausstellung und wurde vom Lokal-TV interviewt), hatte ich mich mal auf dem Markt umgesehen. Man findet ein paar Herstelelr in China, aber deren Preise sind dann vor allem mit den Frachtkosten wieder sehr hoch, denn die bauen in der Hauptsache die Maschinen der amerikanischen Firma Belshaw nach, deren Gewicht bei etwa 40 kg aufwärts beginnt und viele der Maschinen benötigen eine Drehstromversorgung für die Fettbadheizung und kommen somit für einen halbstationären Einsatz schon nicht in Frage, weil sie sowohl von den Abmessungen als auch den technischen Daten her einfach zu „bulky“ sind.

Die nachstehend gefundenen Maschinen sind vom Gewicht her leicht, können gut und einfach zerlegt bzw. zusammengebaut werden, haben einen nicht zu großen elektrischen Anschlusswert, brauchen nur einphasige Stromversorgung und die Fettmenge ist auch nicht so umfangreich wie bei den bereits erwähnten Maschinen (die Lil’Orbits nimmt an die 10 Liter auf, die Belshaw rund das Doppelte).

Mini-Donut-Maschinen

Das sind Maschinen, die im Preissegment bei EUR 1.650 bis EUR 2.100 liegen, zwischen 560 und 1.720 Mini-Donuts pro Stunde produzieren können und einen Anschlusswert von 1,5 kW (kleine Maschine) bis 2,3 kW (große Maschine) haben. Auch was die Fettmenge angeht, die zum Frittieren erforderlich ist, liegt man mit der kleinen Maschine und 4,7 l bis max. 6,4 bei der großen gut im Wettbewerb!

Natürlich ist bei allen Maschinen die Fetttemperatur von 50 – 200 °C (optimal sind 170-175 °C) und auch die Frittierzeit (25 bis 45 Sekunden je Donut-Seite) einstellbar. Auch die erforderliche Stellfläche ist mit 48x37x35 cm (kleine Maschine) bzw. 61x37x35 cm (mittlere und große Maschine) im Vergleich zur Lil’Orbits oder Belshaw, die 1 Meter lang sind, recht ptaktisch klein.

Jede der Maschinen gibt in einem Arbeitstakt immer 4 Kringel gleichzeitig aus, was auch die Arbeit erleichtert. Der Versand erfolgt in Holzkisten verpackt mit Fedex und wer Interesse hat, kann sich ja mal bei mir melden.

Hier noch die drei unterschiedlichen Maschinen in Einzeldarstellung. Das Einsteigermodell:

Die "kleinste" der 3 Maschinen

Die mittlere Größe:

Die mittlere der 3 Maschinen

Und die große Maschine, die bis zu 1.720 Mini-Donuts je Stunde produzieren kann.

Die "Große"

Besteht doch noch eine – wenn auch geringe – berechtigte Hoffnung?


Zumindest lassen Zeitungsartikel aus der Region diese Vermutung zu:

Artikel aus der Region Koblenz

Artikel aus der Region Koblenz

Kurzmitteilung

… kann bösen Ärger mit dem Finanzamt bekommen!

So geschehen mit dem „Trödelking“:

Nach Dreharbeiten in Wachtberg: Polizei nimmt Trödel-King fest

Bonn. (bau, jab) Der „Trödel-King“ ist in Verdacht geraten, Steuern hinterzogen zu haben: Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Roland Beuge, den viele WDR-Zuschauer aus der seit 2007 laufenden Dokusoap-Reihe kennen. …

Wer zu viel trödelt …

Nun wird es wohl doch wieder nichts …


Obwohl die Spannung noch steigt und erst Ende November das Urteil verkündet werden wird, ist jetzt schon sicher, dass es die „paradiesischen“ Zustände von früher wohl nicht mehr geben wird:

Bilder fehlen in einigen alten Artikeln …


Liebe Leser,

bestimmt ist es schon einigen aufgefallen, aber in vielen der alten Artikeln fehlen plötzlich die Bilder. Das ist kein Wunder, denn diese Bilder wurden nur auf den Seiten der www.flohmarkt-mafia.de gespeichert, die es seit einigen Tagen nicht mehr gibt.

Herr Holling hat – wie es so schön in der Umgangssprache heißt – endgültig die Schnauze voll gehabt und deshalb jede Berichterstattung über das Thema „Flohmärkte“ gänzlich eingestellt und die Domains schließen lassen.

Ob es damit zusammenhängt, dass für eine Wiedererweckung der Flohmärkte in Rheinland-Pfalz mehr als schlecht aussieht, oder damit, dass sein „Lieblingsveranstalter“ offenbar pleite ging, mag dahingestellt sein.

Tatsache ist, dass hier zum Thema Flohmarkt von der Hollingschen Seite Funkstille eingekehrt ist und mit dem Verschwinden der Originalbilder aus dem Internet natürlich auch die dorthin gesetzten Links „ins Leere“ führen.

Da ich selbst wegen der etwas großen Distanz wohl kaum etwas über die deutschen Flohmärkte bringen werde, was nicht auch in anderen Medien zu lesen ist, versteht sich mehr oder weniger von selbst. Ich bekomme zwar hier immer wieder entweder E-Mails oder Kommentare, die Material enthalten, das sich für einzelne Artikel eignet, aber insgesamt ist aus dem Floh- und Trödelmarktgeschäft ganz offensichtlich ein nicht mehr zeitgemäßer Freizeitvertreib geworden.

Heute verkaufen sogar die Hausfrauen schon ihre „Sammeltassen-Überbestände“ oder gebrauchte Babykleidung und vieles mehr per Internet mit dem Tablet-PC oder über das Smartphone. und brauchen dafür keine Sonntage um 4 Uhr früh aufzustehen und dann auch noch kilometerweit mit dem Auto anzureisen.

Möglicherweise lässt sich ja sogar dieser Blog zur Artikelbörse umpfriemeln und so als kostenloser „Miniflohmarkt“ für Interessierte verwenden. Dazu bräuchte man die jeweiligen Interessenten nur anzumelden und dann mit entsprechenden Schreibrechten auszustatten.

Bekannt ist der Blog ja auf jeden Fall und hat selbst in diesen stillen Ruhezeiten noch täglich 80 – 120 Besucher. DAS könnet man aber schnell wieder hochschrauben…

Schreibt einfach mal per Kommentar, was ihr von der Idee haltet, denn Löschen kann man diesen Blog auf jeden Fall auch, wenn Friedhofsruhe einkehrt!

„Das belebt die Stadt”


Flohmärkte am Sonntag: In Zweibrücken sind nur die Kirchen grundsätzlich dagegen – Händler kämen gerne wieder.

Ein bunter Markt mit Antiquitäten, Kitsch und Krempel bevölkerte den Schlossplatz bis vor zwei Jahren auch sonntags. Das Ende kam mit einem Urteil des Neustadter Verwaltungsgerichts. Gewerbliche Flohmärkte an Feiertagen verstießen gegen das Landesfeiertagsgesetz, stand darin.

Inzwischen wird eine gesetzliche Lockerung diskutiert. In Zweibrücken äußern sich nur die Kirchen grundsätzlich dagegen.

„Klar wären wir wieder dabei”, verspricht Saniye Karabulut. Auf 20 Jahre Erfahrung als Flohmarktveranstalter blickt ihre Familie zurück; seit 15 Jahren ist das Kaiserslauterer Unternehmen auch in Zweibrücken präsent. Inzwischen aber fast nur noch an Samstagen. Dabei stießen sonntägliche Märkte allemal auf das Interesse von Händlern und Kunden, so die Flohmarkt-Fachfrau. Das habe sich in früheren Jahren, vor dem Neustadter Gerichtsentscheid gezeigt, und das zeige sich jetzt bei den Flohmärkten vor der Zweibrücker Eishalle. „Da drängen sich die Händler schon morgens früh”, berichtet Karabulut. Zulässig ist die sonntägliche Verkaufsveranstaltung auf dem Flugplatz, weil auch die Outlet-Geschäfte an Ferien-Sonntagen öffnen dürfen. Analog können an den vier verkaufsoffenen Sonntagen Flohmärkte im Stadtgebiet abgehalten werden. Laut Stadt-Pressesprecher Heinz Braun wären jedoch mehr Termine vorstellbar.

Das geänderte Freizeitverhalten ist ein Punkt, den die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke nun bei einem neuen Landesgesetz über Messen und Märkte einfließen lassen will. Gleichzeitig gelte es, den verfassungsrechtlich gebotenen Schutz des Sonntags zu beachten. So stand es in einer Pressemitteilung des Ministeriums vom vergangenen Dienstag. Demnach werden sonntägliche Flohmärkte in Rheinland-Pfalz wieder möglich, sei es in begrenztem Umfang.

Ginge es nach den Kirchen, könnte man darauf allerdings verzichten. „Solche Märkte kommerzialisieren den Sonntag”, lehnt der evangelische Pfarrer Viktor Mayer das feiertägliche Geschäft mit dem Trödel prinzipiell ab. Der Sonntag stehe für Besinnung und Erbauung, meint der Urlaubsvertreter von Dekan Peter Butz. Beides solle man nicht dem Kaufen und Verkaufen opfern. „Wenn’s erst nach dem Gottesdienst losgeht, so ab zwölf Uhr, könnte man darüber reden”, zeigt sich Pfarrer Wolfgang Emanuel gesprächsbereiter. Für eine gute Idee hält aber auch der Vertreter der katholischen Kirche die Märkte am Tag des Herrn nicht. Damit höhle man die Bedeutung und Kultur des Sonntags aus.

Ob der sonntägliche Verkauf von Plunder und Billigwaren Zweibrücken etwas bringen würde, formuliert Wirtschaftsfördererin Anne Kraft als Frage.

„Wenn es um pittoreske Dinge oder um echte Antiquitäten geht, kann das eine Bereicherung für die Innenstadt sein”, meint die Diplom-Geographin.

Gegen den Verkauf von Plastik-Tischdecken auf Parkplätzen spreche zwar nichts; Vorteile für Handel und Gewerbe erkenne sie darin aber auch nicht.

Gut vorstellen kann sich der städtische Marktmeister Helmut Schneppat, sonntags wieder Flohmärkte in der Innenstadt zu haben. „Das belebt die Stadt, und für die Gastronomie bleibt auch immer was hängen”, meint der Mann vom Ordnungsamt. Ein Beginn um 11 Uhr reiche aus, um Gottesdienste nicht zu stören. Dass ein Flohmarkt unabhängig vom Veranstaltungstag positive Effekte habe, will der Marktmeister nicht unerwähnt lassen: „Was da verkauft wird, landet nicht auf dem Müll”, hebt er hervor, und was an Geld eingenommen wird, bleibe durchweg in der Region.

(npm) einwurf

Antwort aus dem Ministerialbüro


Man glaubt es kaum, aus dem Büro des RH-Pf-Ministerpräsidenten gab es eine Antwort, die sich in etwa so liest:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihren Vorschlag vom 21.6.2011 haben wir erst einmal in die Schublade gelegt, sobald die Legislaturperiode in ein paar Jahren ihrem Ende entgegengeht, werden wir das Schreiben wieder heraus nehmen und einer möglichen Nachfolgeregierung zur Bearbeitung hinterlegen. Wenn es dann noch Flohmarkthändler geben wird, werden wir gerne bereit sein, einen entsprechenden Vermerk auf den Akten für die nächste Landesregierung zu hinterlassen.
Seien Sie also bitte nicht so ungeduldig, denn gut Ding will Weile haben, vor allem in der Politik!

MfG
Blah

Hier das Schreiben der Veranstalterin Helene Schmitt und der Bürgerinitiative „Bürger für Flohmarkt“


Sehr geehrter Herr Kirchenpräsident Schad,

im Internet habe ich Ihre Stellungnahme zur Diskussion um Flohmärkte an Sonn- und Feiertagen gefunden.
In Ihrer Ausführung zu diesem Thema vertreten Sie, wie Ihre Kirche bereits immer in den letzten 10 bis 15 Jahren, die Auffassung, dass gewerbliche Floh- und Trödelmärkte, die Sonntagsruhe stören und somit zu verbieten sind.
Da nun in Mainz ein Regierungswechsel stattgefunden hat und Herr Exminister Bruch nicht mehr die Interessen Ihrer Kirche in der Regierung vertreten kann, sehen Sie nun scheinbar Bedarf die Politiker der neuen Regierung auf die Linie der evangelischen Kirche einzuschwören.
Einige Hundertausend Rheinland – Pfälzer hoffen, wie auch ich, dass Ihnen das nicht gelingt. Sie beziehen sich auf das Gesetz zum Schutz der Sonn- und Feiertage.
Dieses Gesetz wurde im Jahr 1911, in seinem Ursprung, in der Weimarer Reichsverfassung veröffentlicht.
In Ihren Ausführungen sprechen Sie von Arbeitsruhe und seelischer Erbauung.
Sie sprechen den Teilnehmern an Flohmärkten den Willen, genau diese zu finden, ab.
Was führt Sie zu dieser Erkenntnis? Die Teilnahme an einem Flohmarkt (ob als Aussteller oder Besucher) ist jedem Menschen freigestellt. Hierzu wird niemand gezwungen.
Warum sind Sie der Meinung, bei den Teilnehmern an Flohmärkten handele es sich um gottlose und raffgierige Menschen, die nur auf einen sonntäglichen Flohmarkt warten, um Ihre Gier nach Geld und billigem Tand zu stillen?
So ist jedenfalls Ihre Stellungnahme zu lesen und zu verstehen.
Wenn dies Ihre Meinung ist, so muss ich mich doch sehr über Ihre Haltung gegenüber den Mitgliedern Ihrer Kirche wundern. Denn unter den tausenden Flohmarktbesuchern, die vor dem Verbot die sonntäglichen Flohmärkte besuchten, waren auch sehr viele evangelische Christen, also auch Schäfchen Ihrer Kirche.
Warum, frage ich mich handeln diese Menschen ganz klar gegen die Vorgaben Ihrer eigenen Kirche und Ihres Kirchenpräsidenten? Ist es, weil diese von grundauf schlecht sind oder ist es, weil die Einstellung der Kirchenoberen gar nicht die Meinung der Gläubigen darstellt?
In der Diskussion über sonntäglich Flohmärkte, wir immer der gewerbliche Anteil in den Vordergrund gestellt. Als jemand, der seit über dreißig Jahren mit der Materie vertraut ist, muss ich dem widersprechen.
Wenn die Besucher einen Flohmarkt überwiegend deshalb aufsuchen würden, um der werktäglichen Tätigkeit des Einkaufens nachzugehen, so würden sie nicht in Grüppchen zu mehren über den Flohmarkt schlendern.
Sie würden dann einen gut gefüllten Einkaufwagen (diese stehen ja auf den Supermarktparkplätzen) vor sich herschieben. Ich kann Ihnen aber versichern, dem ist nicht so. Genau wie, z.B. auf einem Jahrmarkt (deshalb wurden Flohmärkte ja auch als Jahrmärkte genehmigt) steht auch bei Flohmärkten die Unterhaltung (die seelische Erbauung) des Einzelnen im Vordergrund.
Genau wie etwa bei einem Pfarrfest treffen sich auch bei einem Flohmarkt Gleichgesinnte (ja doch, es soll auch einige zehntausend Gleichgesinnt in Rheinland– Pfalz geben), um Ihrer Freizeitbeschäftigung, ihrem Hobby, dem Besuch eines Flohmarktes nachzugehen. Dass hierbei auch etwas verkauft oder gekauft wird, sollte man doch ganz einfach hinnehmen. Dies ist aber nicht der Hauptinhalt eines Flohmarktbesuches.
Zumal ja der Kunde in Spe bei seiner Fahrt zum Markt überhaupt nicht weiß, ob der dringend benötigte Artikel auf diesem Markt überhaupt angeboten wird. Wenn der Kunde etwas kauft, so ist dies ein Spontankauf. Man könnte auch sagen ein Lustkauf. Wobei dann aber auch wieder die Unterhaltung, die seelische Erbauung im Vordergrund steht. Der Marktbesucher/seine Seele erfreut sich an der gekauften Ware.
Wären Flohmärkte wirklich, wie es von Ihnen leider immer wieder dargestellt wird, ein Hort unerlaubter Gewerbetätigkeit, bei der es zu nahezu 100% auf den schnellen Euro ankommt, so kann ich nicht verstehen, warum Aussteller öfter zu Flohmärkten kommen. Wären die Umsätze so gewaltig, dann würden doch den Ausstellern 5 oder 6 Märkte im Jahr genügen. Den Rest des Jahres könnten diese in Ihrer Villa im Tessin verbringen und mit Ihrem Ferrari durch die Gegend fahren.
Lassen Sie mich ganz einfach ein paar Fakten pro Flohmarkt aufführen:
Flohmarkt sorgt für Integration – Es treffen sich Kulturen und Religionen aus vielen Ländern. Mitbürger aus Pakistan, Iran, der Türkei, Deutschland, Russland, usw. sprechen friedlich miteinander und helfen sich. So habe ich in den letzten Jahren bestimmt 30 bis 40 jungen Frauen muslemischen Glaubens zu dem Besuch einer Fahrschule und dem Bestehen der Führerscheinprüfung verholfen. Diese Frauen sind in unserer Gesellschaft angekommen. Das, was von unserem Staat, für viel Geld durchgeführt werden möchte, findet auf einem Flohmarkt jeden Sonntag statt. Und das kostenlos.
Flohmärkte sorgen für Erholung und seelische Erbauung. Hierzu habe ich eingangs wohl genügend ausgeführt.
Flohmärkte dienen dem Umweltschutz. Entgegen Ihrer Meinung besteht der überwiegende Teil der Aussteller aus privaten Hobbytrödlern. Diese bieten keine Neuware an. Sie verkaufen alte Sache, Trödel der bei ihnen nicht mehr gebraucht wird und eigentlich entsorgt würde.

Flohmärkte entlasten die öffentlichen Kassen. Natürlich legen die vorstehend erwähnten Hobbytrödler ihre „Gewinne“ nicht in Lichtenstein an. Sie gehen damit zu Aldi, Lidl usw. und kaufen den Bedarf für die nächste Woche. Sehr viele dieser Trödler würden ohne ihren Zuverdienst auf den Flohmärkten Institutionen wie „Die Tafel“ besuchen müssen.

Natürlich wird der Eine oder Andere Aussteller, von seinen Einnahmen, auch etwas kaufen, das er nicht für das tägliche Leben braucht, dass ihm aber gefällt. Es erfolgt also eine Verbesserung seines Befindens, seiner Lebensqualität. Kann man nicht auch hier von Erbauung sprechen?

Sehr geehrter Herr Kirchenpräsident Schad, die vorstehenden Zeilen sollten Ihnen meinen Standpunkt (den Standpunkt sehr vieler Rheinlandpfälzer) zum Thema Flohmarkt darlegen. In einem E-Mailwechsel haben Sie Herrn Fritz Holling eine Diskussion über dieses Thema angeboten. Sollten Sie an einer solchen Diskussion wirklich interessiert sein, so bin ich selbstverständlich bereit eine solche, gern auch im größeren Rahmen, zu führen.

Abschließend lassen Sie mich noch folgendes anmerken: Seit dem Zeitalter der Aufklärung wissen, auch die gottesfürchtigen, Menschen, dass sie über einen freien Willen verfügen. Diesen freien Willen, selbst entscheiden zu können wie ihre seelische Erbauung erfolgt, werden sich Tausende Menschen in Rheinland – Pfalz auch von Ihnen nicht nehmen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Auch nachzulesen auf: http://www.fmarkt.de und http://www.bürger-für-flohmarkt.de

Heute spricht sich der evangelische Präsident Herr Christian Schad …


… in der Rheinpfalz gegen die Sonntagsflohmärkte aus.

Ich habe ihm darauf eine Mail geschickt mit folgendem Inhalt:

Vorname Rudolf
Nachname Reis
E-Mail marktorga_reis@gmx.de
Nachricht

Sehr geehrter Herr Schad.
Ich bin seit 59 Jahren in der Evangelischen Kirche. Aber was ich heute von Ihnen zum Thema Flohmarkt lesen muss, lässt mich so wie viele Andere auch an meiner Religion zweifeln. Ich glaube Sie wissen gar nicht, wie viele Leute sich mit Flohmärkten über Wasser halten und dem Staat nicht zur Last fallen. Wie viel Rentner nur leben können, weil sie sich ein Zubrot auf dem Flohmarkt verdienen können.

Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, dass man dem mündigen Bürger alles vorschreiben muss. Ich denke, dass dieser Artikel viele zum Nachdenken bringen wird, aus der Ev. Kirche auszutreten.

Sicher unterschätzen Sie, wie viele Leute den Flohmarkt lieben und für deren Erhalt kämpfen werden.

Ich frage Sie:
– Wo sind Ihre Einsprüche gegen die Outlets die jeden Sonntag geöffnet haben.
– Oder wenn in Hauenstein die Schuhgeschäfte von Mai bis September jeden Sonntag geöffnet haben….
– wo ist da die Kirche und gebietet Einhalt?

Für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Reis

Alle die am Erhalt der Flohmärkte sind, sollten sich mit Mails und Leserbriefen an Herrn Schad wenden. Hier die Adresse. http://www.evkirchepfalz.de/

Ergänzung vom Admin: Mailadresse: landeskirchenrat@evkirchepfalz.de